Das Handy ist unser Kalender, unsere Kamera, der Stadtplan, die Geldbörse, die Uhr, das Fahrticket, die Zeitung und die Möglichkeit, mit Menschen zu kommunizieren – egal wie weit sie entfernt sind. Wir können Musik hören und haben Zugang zum Internet. Kurz gesagt: es wird überall benötigt und ohne Handy wären wir einfach aufgeschmissen. Oder?

Das wollen wir austesten! Inspiriert von einer Dokumentation, die im Herbst im Fernsehen veröffentlicht wurde, haben sich einige Schülerinnen und Schüler aus einer der vierten Klassen unserer Schule entschlossen, drei Wochen lang komplett den Gebrauch ihres Smartphones zu unterlassen. Wie genau das Projekt funktioniert hat, könnt ihr in diesem Artikel lesen…

Allgemeine Infos über den Handyverzicht

Von Mittwoch, dem 8. April bis zum 29. April sollen die Handys abgeschaltet werden. Auf Soziale Medien, Musik, Fotos und vieles mehr müssen die Jugendlichen in dieser Zeit verzichten. Deswegen hat sich auch nur etwa ein Drittel der Klasse dazu entschieden, ganz mitzumachen. Um trotzdem den eigenen Medienkonsum zu verringern, machen manche Schülerinnen und Schüler teilweise mit. Das bedeutet, sie verwenden ihr Handy nur für nötige Zwecke, und achten darauf, weniger Bildschirmzeit zu haben.

Da mit dem abgeschalteten Handy wichtige Apps nicht zugänglich sind, werden für den Handyverzicht viele Ersatzmöglichkeiten gesucht. MancheTeilnehmenden tragen nun Uhren, verwenden Tastentelefone, Kameras oder MP3-Player.

Ich verwende jetzt sehr oft meinen MP3-Player. Es gibt nicht so viel Auswahl an Liedern, wie am Handy, aber es ist ein guter Erstatz.

MP3-Player, Uhr, Kamera

Was ändert sich?

Wie viel und was sich in den drei Wochen ändert, ist für alle Teilnehmenden verschieden. Mehrere meinen, sie merken fast keinen Unterschied, für andere ist es eine größere Herausforderung. Generell kann man sagen, für Leute, die an längere Bildschirmzeiten gewohnt sind, ist es eine größere Umstellung, also schwieriger. Aber auch wenn das Handy hin und wieder gefehlt hat, finden – wie sich bei einer Abstimmung herausstellt – alle, die mitgemacht haben (auch teilweise), dass sich in der Zeit etwas verbessert hat.

Eine wesentliche Veränderung ist, dass man ohne Handy mehr Zeit hat: die Hausübungen sind schneller erledigt, weil es weniger Ablenkung gibt. Auch das Lernen geht sich bei manchen zeitlich besser aus. Dafür hat man dann mehr Zeit für Hobbys, Freunde, usw.

In der Früh hatte ich heute sooo viel Zeit. Deswegen bin ich einfach zu Fuß gegangen, statt mit dem Bus oder Roller zu fahren. Das war entspannend.

Manchmal bemerkt man, dass man fast automatisch zum Handy greifen möchte. Vor allem am Anfang des Projekts fällt es öfters auf, dass das Smartphone fehlt. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber eher daran und viele bemerken den Unterschied kaum mehr. Persönlich ging es mir oft beim nach Hause kommen, nach der Schule, so, dass ich mein Handy gerne verwendet hätte. Schließlich war es dann aber nicht da, was auch kein Problem war. 

Tatsächlich hat niemand, der sich vorgenommen hat, das Projekt bis zum Ende durchzuhalten abgebrochen. Es war zwar nicht immer so einfach, aber zum Schluss haben es alle geschafft.😊

Weil ich nicht so viel am Handy bin, gehe ich jetzt mehr hinaus und bin mehr in der Natur.

Und danach?Kalender für das Handyprojekt

Schon bald neigen sich die Wochen ohne Handy dem Ende zu. Nun bleibt noch die interessante Frage: Hat der Handyverzicht Auswirkungen auf die Zukunft, oder war es doch nur ein einmaliges Ereignis? 

Vermutlich wird sich nicht bei allen der Handykonsum durch diesen Verzicht weiterhin einschränken. Allerdings denke ich, dass unser Projekt den Teilnehmenden gezeigt hat, wie sie sich durch weniger Bildschirmzeit anderen Hobbys widmen können. Wir lernen daraus, unsere Zeit auch neu einzuteilen und weniger Zeit mit herumscrollen zu verschwenden. Manche Schülerinnen und Schüler haben nun auch beschlossen, Apps zu löschen oder anders auf eine niedrigere Handyzeit zu achten. 

In den ersten Stunden, in denen wir das Handy wieder hatten, habe ich mich sehr darüber gefreut. Allgemein habe ich aber bemerkt, dass vieles so unwichtig ist und nur Zeit verschwendet. Deswegen möchte ich bestimmte Social Media Apps löschen.

Wenn man keine Apps löschen möchte, gibt es natürlich auch andere Wege, sich selbst zu einem niedrigeren Medienkonsum zu bringen. Tipps dafür sind:

  • Den Bildschirm auf schwarz-weiß stellen – dadurch, dass es keine Farben mehr gibt, wird man weniger dazu verleitet, länger am Handy zu bleiben, oder auf Appsymbole zu tippen.
  • Einen Wecker oder eine Erinnerung einstellen – das ist besonders praktisch, wenn man auf Sozialen Medien Videos anschaut. Dort vergisst man nämlich schnell die Zeit – aber nicht, wenn man eine Erinnerung hat.
  • Apps, die man gerne verwendet vom Startbildschirm entfernen – mit wenigem Aufwand kann man das Appsymbol so verschieben, dass es nicht direkt beim Entsperren aufleuchtet. Diesen Tipp habe ich auch selbst verwendet (bei der App Pinterest) und ich muss sagen, er funktioniert wirklich gut!

Abschließend kann man nun sagen, das Handyprojekt war ein wirklich interessantes Experiment, von dem wir viel für den Alltag mitnehmen konnten. Aber auch, wenn man nicht drei Wochen auf das Smartphone verzichtet gibt es Wege, seine Bildschirmzeit zu verringern.

Wenn euch noch mehr über unseren Handyverzicht interessiert, oder ihr generell mehr über das Thema Medienkonsum wissen wollt, schreibt es gerne in die Kommentare. Vielleicht kommt ja wieder mal ein neuer Artikel.🙃

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