Stellt euch vor, ihr habt Kopfschmerzen und nehmt eine Pille, von der ihr denkt, sie wird euch helfen. Und ratet mal, die Kopfschmerzen verschwinden! Aber was wäre, wenn ich euch sage, dass diese Pille eigentlich nur aus Zucker gemacht war und keine Medizin enthielt? Das nennt man den Placebo-Effekt. Es zeigt, wie stark unser Glaube und unsere Erwartungen sein können!

Was bedeutet “Placebo” eigentlich?

Unter einem Placebo versteht man im Grunde einfach eine Behandlung, welche keine Auswirkungen auf den Körper hat, sei es mit dem Einsatz von Scheinmedikamenten (Tabletten ohne Wirkstoff), das Spritzen einer Salzlösung oder einfach nur das Kauen eines Reisekaugummis. Ja, sogar Globuli ist eine Art von Placebo, jedoch fällt dieses in die Kategorie der Homöopathie. Die Homöopathie gehört zu den reinen Placebos, sprich: diese Art von Placebos haben gar keinen aktiven Wirkstoff und somit keine Auswirkungen auf den Körper. Es gibt jedoch auch Pseudo-Placebos, diese haben wiederum eine geringe Menge an Wirkstoff, diese ist aber so gering, sodass sie ebenfalls keine körperlichen Auswirkungen haben.

Wie wurde der Placebo-Effekt eigentlich entdeckt?

Die Entdeckung erfolgte während des Zweiten Weltkriegs. Henry Beecher, ein amerikanischer Chirurg, war damals vor Ort und versorgte die verwundeten Soldaten. Doch plötzlich ging ihm das Morphium (starkes Schmerzmittel) aus. Dann kam eine Krankenschwester auf die Idee, einem Soldaten einfach eine Salzlösung zu injizieren, als ob es Morphium wäre. Und was passierte dann? Der Soldat reagierte auf die Salzlösung genauso wie auf das Morphium und verspürte eine Schmerzlinderung. Ist das nicht unglaublich?

Ein kleines Theaterspiel muss sein

Stellt euch mal folgende Szene vor: ihr seid im Arztzimmer, umgeben von medizinischen Geräten, einem Arzt in einem weißen Kittel und ihr seht einige Diplome an der Wand hängen. Ihr fühlt euch schon viel sicherer und seid bereit, dem Arzt mehr zu vertrauen, nicht wahr? Denn beim Placebo-Effekt geht es nicht nur um die Pille allein, sondern auch um die Umgebung und wie der Arzt mit euch spricht. Wenn der Arzt euch zuhört, euch Mut macht und ihr ihm vertraut, könnt ihr euch besser fühlen, selbst wenn die Pille eben nur aus Zucker besteht. Jeder kann diesen Effekt erleben, es hängt alles von der Situation und eurer Reaktion darauf ab. Also, das nächste Mal, wenn ihr beim Arzt seid, denkt daran – euer Glaube an die Behandlung ist genauso wichtig!

Die drei Schlüsselelemente: Konditionierung, Erwartung, Bedeutung

Diese drei Elemente spielen eine entscheidende Rolle beim Placebo-Effekt. Die Konditionierung bezieht sich auf unsere vorherigen Erfahrungen mit Medikamenten. Die Erwartung bezieht sich auf unsere Überzeugung, dass die Behandlung wirksam sein wird. Die Bedeutung bezieht sich auf das Verständnis des Patienten, warum diese Behandlung durchgeführt wird und welches Ergebnis erhofft wird.

Farbe, Größe, Form, Preis und Geschmack!

Falls ihr schon mal Tabletten schlucken musstet, hattet ihr bestimmt das eine Medikament lieber als das andere? Genau das wird bei dem Design von den Placebo-Pillen berücksichtigt. Farbige Scheinmedikamente wirken nämlich effektiver als weiße. Beispielsweise wird bei Tabletten und Kapseln in Rottönen eher eine stimulierende Wirkung erwartet, während Blautöne eher mit einer beruhigenden Wirkung assoziiert werden. Darüber hinaus sollen kleine und große Pillen besser wirken als mittelgroße. 

Die Kosten eines Medikaments können ebenfalls einen Einfluss auf die wahrgenommene Wirksamkeit haben. Placebos erzielten eine bessere Wirkung, wenn die Probanden annahmen, ein teures Medikament zu erhalten, im Vergleich zu der Annahme, ein sehr billiges Medikament zu bekommen. 

Schließlich kann auch der Geschmack eines Medikaments seine wahrgenommene Wirksamkeit beeinflussen. Eine Pille, die nach bitterer Medizin schmeckt, kann den Effekt zusätzlich verstärken. 

Aber was wenn ich weiß, dass ich mit Placebos behandelt werde?

Beim Placebo-Effekt ist nicht immer eine Täuschung notwendig. Es wurde belegt, dass inzwischen die gewünschte Wirkung auch dann auftritt, wenn offen kommuniziert wird, dass es sich um Placebo-Pillen handelt, die dreimal täglich eingenommen werden sollen. Dies passiert aufgrund des Rituals der regelmäßigen Tabletteneinnahme und der damit verbundenen Erwartung auf, dass das Medikament gegen bestimmte Beschwerden wirkt. Außerdem wird den Patienten häufig mitgeteilt, dass diese Placebos in der Vergangenheit bereits Personen mit ähnlichen Symptomen erfolgreich geholfen haben. 

Kann der Placebo-Effekt Nebenwirkungen haben?

“Nein, da ist ja kein Wirkstoff drinnen!”, könnte einer meinen… na so ganz stimmt das nicht. Es gibt so etwas wie das Gegenteil vom Placebo-Effekt, und zwar den Nocebo-Effekt. Hierbei wird der Krankheitsverlauf des Patienten negativ beeinflusst. Da tauchen dann eben bei den behandelten Personen bestimmte Befürchtungen oder Sorgen auf oder es werden bereits vorhandene Angstgefühle erhöht. Diese negativen Gedanken können dazu führen, dass sich der Behandelte einbildet, durch das Medikament krank zu werden. Deshalb ist es auch beim Einsatz eines Placebos wichtig, den Nocebo-Effekt miteinzubeziehen.

Der Placebo-Effekt kann nicht alles

Die Wirksamkeit des Placebo-Effekts stößt bei schweren körperlichen Erkrankungen oder Verletzungen an ihre Grenzen, bei denen eine Placebo-Behandlung wirkungslos wäre. Ein Beispiel hierfür ist Diabetes, eine Erkrankung, bei der kein Scheinmedikament eingesetzt werden kann, das die Bauchspeicheldrüse dazu anregen würde, eigenständig Insulin zu produzieren. Symptome wie Schmerzen oder Übelkeit, die jeder von uns aus eigener Erfahrung kennt und im Gehirn verarbeitet werden, können durch den Placebo-Effekt beeinflusst werden. Im Gegensatz dazu ist Insulin ein abstraktes Konzept, das nicht leicht in den Kontext alltäglicher Erfahrungen gesetzt werden kann. Daher ist es schwieriger, den Placebo-Effekt in solchen Fällen wirksam einzusetzen.

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Lisa (8b)

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