„Was man gerne macht, macht man gut.“ ~ Camilla Guldner
Hinter jeder Lehrerin steckt eine eigene Geschichte. Wir haben die Gelegenheit genutzt und Frau Professor Guldner mal ganz genau nachgefragt. In einem exklusiven Interview hat sie uns verraten, was sie abseits von Gleichungen und Wurzeln bewegt. Von ihrer Kindheit bis jetzt ist alles dabei. Hier sind ihre Antworten.
Schulzeit
Auf die Frage „Wie waren Sie als Schülerin?“ erzählte sie, dass sie in der Unterstufe sehr ehrgeizig war. Wenn sie keine Eins geschrieben hatte, war sie enttäuscht. Außerdem war sie konkurrenzorientiert. In der Oberstufe änderte sich einiges. Sie war einfach froh, wenn sie mal im Spanischunterricht ,,No se“ sagen konnte.
Natürlich wollten wir auch wissen: „Was war Ihr Lieblingsfach?“ Ihre Antwort war klar: Mathematik, seit der Volksschule.
Beruf
„Wollten Sie immer schon Lehrerin werden?“. Da antwortete sie: ,,Nein, im Kindergarten wollte ich immer Notärztin werden, weil ich Ärzte bewundere. Ich habe mich dann aber nach meiner Matura für das Studium “Medizinische Informatik” entschieden. Gleichzeitig habe ich auch begonnen, nach meiner Maturareise für XJAM zu arbeiten. Auf meiner Tour durch ganz Österreich durfte ich das Programm von XJAM an verschiedensten Schulen präsentieren. Dabei habe ich gemerkt, wie viel Freude es mir bereitet, vor SchülerInnen zu sprechen und sie für etwas zu begeistern. Ich entschied mich für ein Lehramtsstudium, wobei von Anfang an feststand, dass ich Mathematik unterrichten möchte. Auch heute bereue ich diese Entscheidung keineswegs und kann mit Überzeugung sagen, dass ich meinen Traumberuf gefunden habe.”
Wir fragten sie auch: „Haben Sie eine Lieblingsklasse?“, weil uns das natürlich sehr interessiert hat. Sie meinte, dass sie die Klassen mag, mit denen man zwischendurch auch mal gut plaudern und Spaß haben kann, während der Stoff nicht zu kurz kommt.
~Spaß gehört zum Lernen dazu.~
„Wie würden Sie sich selbst als Lehrerin beschreiben?“ – Darauf antwortete sie: „Wenn ich mich als Lehrerin beschreiben darf, dann als eine Person, die Struktur mit Leidenschaft verbindet. Ein roter Faden ist mir enorm wichtig – das spiegelt sich, denke ich, auch in meinen strukturierten Unterlagen wider, die ich mit Leidenschaft für meine Schüler erstelle und weitergebe, vor allem weil sie auch sehr geschätzt werden.
In meinem Unterricht lege ich großen Wert auf eine ausgewogene Atmosphäre. Auf eine gute Mischung denke ich, kommt es an. Ein lockeres Gespräch abseits der Mathematik gehört genauso zu meinem Unterricht wie Phasen, in denen wirklich fokussiert gearbeitet wird. Da mein Beruf für mich weit mehr als nur eine Aufgabe ist – sondern mehr meine Leidenschaft – ist es mir ein Anliegen, dass meine Begeisterung für das Fach für die Schüler spürbar wird.
Was mir aber am meisten am Herzen liegt, ist die Beziehungsebene. Ich habe für meine Schüler stets ein offenes Ohr und schaffe, denke ich, einen Raum, in dem sie sich trauen, jede Frage zu stellen. Ich sehe es als meine Stärke an, komplexe Themen geduldig und auf verschiedene Arten zu erklären, um wirklich jeden Einzelnen dort abzuholen, wo er steht.“
Auf die folgende Frage: ,,Denken Sie manchmal: ,,Oh mein Gott, was mache ich hier?’’, kam die Antwort sehr schnell. ,,Oft, die positiven Seiten überwiegen jedoch.’’
Erlebnisse als Lehrerin
Sehr schön fanden wir ihre Antwort auf die Frage: „Was war Ihr bisher lustigster oder schönster Moment als Lehrerin?“ Sie erzählte, dass Schüler und Schülerinnen ihr vor zwei Jahren zu ihrer Hochzeit ein Lied gedichtet haben. Sogar Schülerinnen, denen sie eine Fünf ins Zeugnis geben musste, haben mitgemacht und sie in den Sommerferien bei ihrer Hochzeit damit überrascht. Das war sehr emotional für sie.
Persönliche Fragen
Auf die Frage: „Wenn Sie etwas am Schulsystem ändern könnten, was wäre es?“ antwortete sie kurz, aber kommentarlos: die Eltern.
Da die Freizeit auch ein großer Teil unseres Leben ist, fragten wir das als Nächstes: „Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?“ Sie meinte, sie verbringe gerne Zeit mit ihren Kindern.
„Was ist Ihrer Meinung nach im Leben wirklich wichtig?“ Darauf antwortete sie, dass die Familie und Gesundheit am wichtigsten für sie seien.
Bei der vorletzten Frage „Gibt es einen Traum, den Sie noch erfüllen möchten?“ antwortete sie mit einem Lächeln: Nein, sie besitze bereits alles, was sie brauche. Mit zwei gesunden Kindern, einem tollen Mann an ihrer Seite, dem Haus mit Garten und ihrem Traumjob – abgerundet durch einen süßen Hund – fühlt sie sich heute vollkommen angekommen.
Rat
Folgenden Rat würde sie Ihrem früheren Ich und uns heute geben: ,,Rede weniger, die Meinung der Anderen ist nicht so wichtig und akzeptiere, was du nicht ändern kannst! Außerdem hole dir Hilfe, wenn du sie brauchst.’’
Dieses Gespräch hat uns gezeigt, dass hinter Frau Professor Guldner nicht nur eine Mathematikerin, sondern eine Frau mit viel Herz und Humor steckt. Danke für das tolle Interview und für Ihre Bereitschaft uns was täglich beizubringen. Wir können uns glücklich schätzen, eine so zufriedene und lockere Professorin an unserer Seite zu haben, die uns zeigt, dass Lernen und Spaß zusammengehören. Denn wie Frau Professor Guldner sagte: Was man gerne macht, macht man gut!
~Ivana, Carina~









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